Hey Hey! 

Ich bin Susanne, seit fast 20 Jahren Hamburger Deern, und Kunstfotografin.

Herbst- und Winterkind.

Wenn Ihr mehr über mich erfahren wollt......

Ich habe in einem Interview für einen Berliner Fotoblog ein paar Fragen beantwortet.

Sie verraten ein wenig über mich und meinen Alltag, und warum meine Bilder und Fotos so sind, wie sie sind. 

Für meinen Steckbrief habe ich einiges übernommen. 

 

 

Was ist typisch für Dich?

Tausend Sachen gleichzeitig anfangen, am Ende des Tages nichts wirklich geschafft haben, aber trotzdem komplett erschöpft sein.

Was machst Du, wenn Du Zeit hast?

Gerne allein an der Elbe sitzen und Schiffe gucken.

Mit Freunden Zeit verbringen.

An die Küste fahren.

Auf den Straßen nach "den kleinen Dingen" suchen, um sie zu fotografieren.

Auf Flohmärkten und in Trödelläden stöbern, um besondere Stücke für die Wohnung zu finden, denn Ich liebe es einzurichten und zu dekorieren.

Nachts Radio hören. Dann gibt es die schönste Musik und Moderation, und es verbreitet sich eine ganz tolle Stimmung.

 

Wo könnte man Dich zufällig in Hamburg treffen?

Im Cafe May auf St. Pauli, 

an einem der zahlreichen Fischbrötchenstände an den Landungsbrücken, 

in den kleinen Cafés im Portugiesenviertel und in St. Georg,

im Thämers,

mit einem „Coffee To Go“ an der Binnenalster bei den Schwänen, 

am Falkensteiner Ufer, 

auf der „anderen Elbseite“, 

auf diversen Flohmärkten, 

im Winter auf dem finnischen Weihnachtsmarkt und im Schnee, wenn es denn welchen gibt.


Hast Du noch andere kreative Leidenschaften und Talente als Fotografieren?

Streng genommen hatte ich nie einen Plan B. Nur die Umstände haben mich zeitweise und immer wieder zu ungeliebten Tätigkeiten gezwungen.

Von klein auf, war ich bis zum 15. Lebensjahr Akteurin beim Kinderfunk von Radio Bremen. Chor, Hörspiel, Sprechrollen usw..

Obwohl es mit viel Aufwand neben der Schule und anderen Dingen die mir wichtig waren, wie z. B. der Tanz, verbunden war, war es dunkelrotes Herzblut.

Und da war noch das Zwangsklavierspielen...... Dieses Instrument ist seit vielen Jahren verkauft. Nun bin ich frei!

Außerdem habe ich eine klassische Ausbildung im Bühnentanz. Aufgrund des Alters, vielen Verletzungen und den dazugehörigen maroden Knochen, musste ich den Tanz allerdings immer wieder und dann ganz aufgeben. Das ist mehr als 20 Jahre her, und ich habe inzwischen damit abgeschlossen. Keine Wehmut mehr, aber es hat lange gedauert. Auch habe ich viele Jahre "vor" der Kamera gestanden. Das mache ich allerdings nur noch für eigene Projekte, und manchmal für eine eingeschworene  Fotografengemeinde, wenn mir die Ideen gefallen.

Welche Künstler inspirieren Dich?

Edgar Allan Poe, Lovecraft, Edward Goray, Lewis Carroll, Tim Burton, Helena Bonham-Carter, die Gebrüder Grimm, Pierre et Gilles, 

Annie Leibovitz Peter Lindbergh, Sybille Bergemann, Oliver Rath, Jim Rakete…. 

Alle kann ich hier gar nicht aufzählen. Und die alten Stummfilme habe ich fast vergessen!

Aber vieles kommt auch aus mir selbst. Ich war früher extremst schüchtern. Darunter habe ich sehr gelitten. Aber das positive an der schlimmen Angelegenheit ist, dass ich ein großes und tiefes Innenleben entwickelt habe, welches mir die Phantasie, die ich z. B. für meine Märchenbilder brauche, grenzenlos liefert. 

 

 

 

 

 

 

Was könntest du als Deine Macke bezeichnen?

Mädchenkram machen.

Und ich habe eine ausgeprägte Liebe für Kitsch und Krempel.

Gibt es Orte auf der Welt, mit denen Du Dich verbunden fühlst?

Das kleine Städtchen Weymouth in England, die Normandie in Frankreich, das schwedische Nirgendwo, Noord-Holland, speziell Sint Maartenzee und Alkmaar,

ich habe eine Weile in den Niederlanden gelebt. Die Ostseeküste und ein klitzekleines bisschen noch meine alte Heimat Berlin.

Nur ein klitzekleines bisschen, weil das heutige Berlin ja leider nicht mehr mein geliebtes Berlin von damals ist. Ich muss das jetzt leider mal so sagen:

diese Stadt hat sich so verändert. Sie ist einfach nur noch groß. Irgendwie ist beim immer größer werden der Charme ziemlich abhanden gekommen.
Sie wirkt inzwischen auf mich, wie ein künstlich angelegter Moloch. So eine Art Touristenkulisse. Und wo sind die Berliner geblieben?!?

Aber vielleicht ändert sich meine Empfindung auch mal wieder? Man wird sehen. Ich bin nach wie vor, aus diversen Gründen, sehr oft hier in Berlin.
Und natürlich liebe ich ganz doll meine Rucksackheimat Hamburg! 

Ich bin so ein bisschen wurzellos geworden, durch die vielen Umzüge in andere Städte und in gefühlt 100.000 Häuser und Wohnungen. 

Hamburg ist vielleicht nicht meine letzte Station. Man wird sehen. Momentan lebe ich aber sehr gerne dort.

Wie war Dein Leben damals hier in Berlin?

Es war in den 70er/80er Jahren ein wunderbares Inseldasein. Das Mekka der Andersdenkenden. 

Man brauchte in Berlin nicht viel Geld, die Mieten waren enorm billig, und wenn man einen guten Plan hatte, den man mit Leidenschaft verfolgte, dann war fast alles möglich.

Es gab  so viel Raum zum revoluzzern, sich zu entfalten und um gesehen zu werden.

Man "nachtlebte" und knüpfte Kontakte im "Dschungel", der damals noch am Winterfeldplatz und eine Kneipe war, im "Matala", in der Bayerischen Straße,

in dem u. a. die späteren Mitbegründer der "Jungen Wilden" und der Galerie am Moritzplatz, Salomé und Rolf von Bergmann, hinter der Theke standen, im Club von "Romy Haag", im "Anderen Ufer", das heute immer noch in den gleichen Räumen in Schöneberg unter gleichem Namen, aber im anderen Stil existiert, und wenn man tagsüber Zeit hatte, trank man Kaffee im "Mitropa", und saß in diesen Lokalitäten z. B. neben Nina Hagen und David Bowie. So ganz selbstverständlich.

Es war alles so familiär-dörflich-gemütlich, und trotzdem war damals West-Berlin die größte Stadt in der BRD, in der es brodelte. Wo sollte man auch hin. Um einen herum war die Mauer, und so enorm viele Lokalitäten wie heute, gab es damals noch nicht. Alles was interessant war, war überschaubar. Die Atmosphäre war ganz besonders. Epizentren waren damals Schöneberg und Kreuzberg. In Schönberg habe ich die meiste Zeit gewohnt. Ich bin immer noch sehr glücklich darüber, dass ich ein Teil davon sein konnte.

Mir sind auch viele Kontakte von damals erhalten geblieben, von denen allerdings viele inzwischen auch nicht mehr dort leben, und es sind ebenso viele neue Berliner Kontakte und Freundschaften dazugekommen. Wenn ich heute "where are we now" von Bowie höre, bekomme ich Tränen in den Augen. Es beschreibt genau diese Zeit.

Aber es gab auch Zeiten, in denen ich unglücklich war und mich einsam fühlte.

Zu dieser Zeit habe ich auch intensiv mit der Fotografie und einem eigenen Fotolabor angefangen, und wurde auch zum ersten Mal Mutter.

Wie sieht es mit der Liebe aus?

Mit der Liebe..... 

Ach.... Privates möchte ich gerne privat lassen. Was ich dazu zu sagen habe ist, dass jeder nach seiner Façon glücklich werden soll. Da hat sich niemand einzumischen.

Da gibt es doch keine Regeln, wie, wann, warum und mit wem man in die Emotionen oder in das Gefühl des Aufgehobenseins abtaucht.

Das Herz hat so viele Facetten und schweißt die Menschen auf die unterschiedlichsten Arten der Liebe zusammen.

Man muss nur aufpassen, dass man sich selbst nicht verliert. Wenn man merkt, dass man plötzlich nur noch Sachen macht, die der andere gut findet usw..

Wenn man sich dabei erwischt, sollte man etwas ändern. Den Kopf freipusten und sich mal wieder ein bisschen mehr auf sich selbst besinnen.
Oftmals ist man auch nicht für immer füreinander bestimmt. Trotzdem ist die Zeit, die man miteinander hatte, immer ein schönes Geschenk, das man bewahren sollte.

Ein Rezept gibt es ja auch nicht, das für alle Menschen Gültigkeit hat. Wenn es das gäbe, dann wäre das mit der Liebe oder Nächstenliebe auf der Welt schon mal geklärt. Wir wären alle zufriedener und bestenfalls gäbe es keinen Hass und keine Kriege mehr.
Letztendlich sind wir doch alle Erdlinge, gehören irgendwie zusammen und kommen allen aus derselben Ursuppe. Es ist fürchterlich mit dem Gerangel auf der Welt.

Und das Leben an sich?

Jetzt wird's auch noch philosophisch......

Na ja. Es gibt Dinge im Leben, die versteht man einfach nicht. Es gibt Orte, an die man zurückkehren möchte, es gibt Menschen die einem fehlen und die man nicht vergessen kann, man wünscht sich manchmal eine Zeit oder Erlebnisse zurück, es gibt Momente in denen einem alles egal ist und es gibt Zeiten, da kannst Du selbst nichts mehr steuern und man ist froh, wenn man das alles überlebt, und es gibt so viel, was man hätte besser machen können, aber dafür ist es zu spät.

Es gibt Tage, an denen man nicht mehr weiter weiß, die Welt hört auf sich zu drehen, hinterher ist nichts mehr so wie es vorher war und es wird auch nie wieder so sein. 

Und das ist alles ganz schön anstrengend. Das ist das Leben. Der Sinn erschließt sich mir nicht, falls Ihr das noch fragen wollt. Ich befürchte, es gibt auch keinen. 

Alles ist einfach so, wie es ist. Es geht immer nur weiter. Bis es eines Tages und irgendwann keine Menschen mehr gibt. 

Hast du noch Träume?

Eine kleines altes verwunschenes Häuschen, direkt am Meer.

Vielleicht dort "Bed and Breakfast" betreiben, oder ein kleines Café, in dem man Kunstausstellungen und alles Schöne, mit Menschen die mit mir im Gleichklang sind, organisieren kann.

Am liebsten an der englischen oder französischen Küste. Aber hier an der Ostsee, in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern, wäre auch mehr als in Ordnung!

Mit meiner allerliebsten Freundin Mortie, die in Bochum lebt, und zurzeit in Wuppertal Theater spielt, habe ich diesen Traum. Eine altes windschiefes Häuschen beziehen. Wir sagen immer die "Villa am Meer". Wo auch immer sie steht, wir gehen dorthin!

Aber das wird ein Traum bleiben. 

 

 

 

Auch einen großen Wunsch?

Gesund bleiben! Der Rest ruckelt sich schon irgendwie immer zurecht!

Welche Künstler in der Musik gefallen Dir, und hast Du Lieblingsfilme?

Ich bin großer Jazz-Fan. Da gefällt mir fast alles.

Ansonsten: David Bowie, ganz einfach, weil er David Bowie ist. Mein Göttlicher, seit meiner Teenie-Zeit.

Der ganze Glam-Rock aus den 70ern. Roxy Music, T. Rex, Velvet Underground usw.. Diese Glitzerwelt war und ist total meine!

Prince und die Chemical Brothers liebe ich für die ekstatische Tanzbarkeit, 

Tom Waits, NickCave, Tango, englische Schlager aus den 30er/40er Jahren, Rio Reiser und französische Chansons für die Leidenschaft. Aber ich höre auch querbeet.

 

Und Filme: Ich entdecke immer wieder neue Schätze. Bilder und Geschichten aufsaugen, dass ist einfach ganz wunderbar.
Z. B. gibt es da ein paar Klassiker, wie "Metropolis", "Das Kabinett des Dr. Caligari", "Algier", "Der Geist und Mrs. Muir", die französische "Nouvelle Vague", dann "Billie Elliot", "Die fantastische Welt der Amelie Poulin", "Die Kinder des Monsieur Matthieu", "Träume" von Akira Kurosawa, "The Corpse Bride", "Alice in Wonderland", dass alles sind Filme, die mich nachhaltig beeindruckt haben.

Auch mochte ich die Original TV-Serie der Addams-Family aus den 60ern sehr gerne, und die BBC-Serie "The Singing Detective". 

 

 

Ohne welche drei Dinge könntest Du nicht leben? 

Nur drei ?!

Dann sage ich: Anti-Allergie-Spray, Radio, zusammengefasst zu einem Punkt: meine Freunde und meine inzwischen erwachsenen Küken, Kaffee, Tee, Bilder erschaffen... Ich habe mehr! Eigentlich sogar noch mehr. Enthaltsamkeit liegt mir wohl nicht.

 

 

Was magst Du gar nicht? 

 

Z.B. Offenherzigkeit mit Verfügbarkeit verwechseln.

Nach oben buckeln, nach unten treten.

Und Schlaumeiern.

 

Welche Lebensweisheit fällt dir zum Schluß noch ein?

Make your weird light shine bright!

So the other weirdos know where to find you.

 

Yashikas Photobomb - Berlin 12/2017