Hey Hey! 

Ich bin Susanne, lebe in Hamburg und bin Kunstfotografin.

Daydreamer - Nightthinker - Survivor.

Wenn Ihr mehr über mich erfahren wollt......

Ich habe in einem Interview für einen Berliner Fotoblog ein paar Fragen beantwortet.

Sie verraten ein wenig über mich, meinen Alltag und warum meine Bilder und Fotos so sind, wie sie sind. 

Für meinen Steckbrief habe ich einiges übernommen. 

  

 

Was ist typisch für Dich?

Tausend Sachen gleichzeitig anfangen, am Ende des Tages nichts wirklich geschafft haben, aber trotzdem komplett erschöpft sein.

Was machst Du, wenn Du Zeit hast?

Gerne allein an der Elbe sitzen und Schiffe gucken.

Mit Freunden Zeit verbringen.

An die Küste fahren.

Auf den Straßen nach "den kleinen Dingen" suchen, um sie zu fotografieren.

Auf Flohmärkten und in Trödelläden stöbern, um besondere Stücke für die Wohnung zu finden, denn ich liebe es einzurichten und zu dekorieren.

Nachts Radio hören. Dann gibt es die schönste Musik und Moderation und es verbreitet sich eine ganz tolle Stimmung.

 

Wo könnte man Dich zufällig in Hamburg treffen?

Z.B. im Cafe May auf St. Pauli, 

an einem der zahlreichen Fischbrötchenstände an den Landungsbrücken, 

in den kleinen Cafés im Portugiesenviertel und in St. Georg,

im Thämers am Großneumarkt,

mit einem Kaffee an der Binnenalster bei den Schwänen, 

am Falkensteiner Ufer, 

auf der „anderen Elbseite“, 

auf diversen Flohmärkten, 

beim finnischen Tango,

im Winter auf dem finnischen Weihnachtsmarkt und im Schnee, wenn es denn welchen gibt.


Hast Du noch andere kreative Leidenschaften und Talente als Fotografieren?

Streng genommen hatte ich nie einen Plan B. Ich wollte immer Künstlerin sein. Nur die Umstände haben mich zeitweise und immer wieder zu ungeliebten Tätigkeiten gezwungen, die glücklicherweise Geld in meine Kasse spülten, aber jetzt nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehörten.

Trotzdem habe ich sie natürlich gewissenhaft ausgeführt.

 

Von klein auf war ich bis zum 15. Lebensjahr Akteurin beim Kinderfunk von Radio Bremen. Chor, Hörspiel, Sprechrollen usw.

Obwohl es mit viel Aufwand neben der Schule und anderen Dingen, die mir wichtig waren, verbunden war, war es Herzblut.

Außerdem habe ich eine klassische Ausbildung im Bühnentanz. Aufgrund des Alters, vielen Verletzungen und den marode gewordenen Gelenken, musste ich den Tanz allerdings immer wieder und dann mit 43 ganz aufgeben. Das ist jetzt fast 20 Jahre her und ich habe inzwischen damit abgeschlossen. Keine Wehmut mehr, aber es hat lange gedauert. Auch habe ich viele Jahre "vor" der Kamera gestanden. Das mache ich allerdings nur noch für eigene Projekte und manchmal für eine eingeschworene  Fotografengemeinde, wenn mir die Ideen gefallen.

Welche Künstler inspirieren Dich?

Meine wichtigsten Inspirationsquellen sind Edgar Allan Poe, Lovecraft, Edward Goray, Lewis Carroll, Helena Bonham-Carter (Herzchen dahintermal),

die Gebrüder Grimm, Pierre et Gilles, Annie Leibovitz Peter Lindbergh, Oliver Rath, Jim Rakete.......

Die alten Stummfilme habe ich fast vergessen!

Aber vieles entsteht auch ohne Fremdinspiration und kommt aus mir selbst.

 

 

 

 

 

 

Was könntest du als Deine Macke bezeichnen?

Mädchenkram machen.

Und ich habe eine ausgeprägte Liebe für Kitsch und Krempel.

 

Gibt es Orte auf der Welt, mit denen Du Dich verbunden fühlst?

Das kleine Städtchen Weymouth in England, die Normandie in Frankreich, das schwedische Nirgendwo, Noord-Holland, die Ostseeküste und ein klitzekleines

bisschen noch meine Uraltheimat Berlin.

Nur ein klitzekleines bisschen, weil das heutige Berlin ja leider nicht mehr mein geliebtes Berlin von damals ist. Ich muss das jetzt leider mal so sagen:

diese Stadt hat sich so verändert. Sie ist einfach nur noch groß und ohne einen wirklichen Mittelpunkt. Irgendwie ist beim immer größer werden der Charme ziemlich abhandengekommen.
Sie wirkt inzwischen auf mich, wie ein künstlich angelegter Moloch. So eine Art Touristenkulisse. Und wo sind die Berliner geblieben?!?

Aber vielleicht ändert sich meine Empfindung auch mal wieder? Man wird sehen. Ich bin nach wie vor, aus diversen Gründen, sehr oft hier in Berlin.
Und natürlich liebe ich ganz doll meine Rucksackheimat Hamburg! 

Ich bin auch so ein bisschen wurzellos geworden, durch die vielen Umzüge in andere Städte und in gefühlt 100.000 Häuser und Wohnungen. 

Hamburg ist vielleicht nicht meine letzte Station. Man wird sehen. Ich lebe aber sehr gerne dort!

Wie war Dein Leben damals hier in Berlin?

Es war in den 70er/80er Jahren ein wunderbares Inseldasein. Das Mekka der Andersdenkenden. 

Man brauchte in Berlin nicht viel Geld, die Mieten waren enorm billig, und wenn man einen guten Plan hatte, den man mit Leidenschaft verfolgte, dann war fast alles möglich.

Es gab so viel Raum zum revoluzzern, sich zu entfalten und um gesehen zu werden.

Man "nachtlebte" und knüpfte Kontakte im "Dschungel", der damals noch am Winterfeldplatz und eine Kneipe war, im "Matala", in der Bayerischen Straße,

in dem u. a. die späteren Mitbegründer der "Jungen Wilden" und der Galerie am Moritzplatz, Salomé und Rolf von Bergmann, hinter der Theke standen, im Club von "Romy Haag", im "Anderen Ufer", das heute immer noch in den gleichen Räumen in Schöneberg unter fast gleichem Namen, aber im anderen Stil existiert, und wenn man tagsüber Zeit hatte, trank man Kaffee im "Mitropa", und saß in diesen Lokalitäten z. B. neben Nina Hagen, Blixa Bargeld, der gerade die Einstürzenden Neubauten mitbegründet hatte, und David Bowie. So ganz selbstverständlich.

Es war alles so familiär-dörflich-gemütlich, und trotzdem war damals West-Berlin die größte Stadt in der BRD, in der es brodelte. Und wo sollte man auch außerhalb der Stadt hin? Um einen herum war die Mauer und so enorm viele Lokalitäten wie heute, gab es damals noch nicht. Alles was interessant war, war überschaubar. Die Atmosphäre war ganz besonders. Epizentren waren damals Schöneberg und Kreuzberg. In Schönberg habe ich die meiste Zeit gewohnt. Ich bin immer noch sehr glücklich darüber, dass ich ein Teil davon sein konnte.

Mir sind auch viele Kontakte von damals erhalten geblieben, von denen allerdings viele inzwischen auch nicht mehr dort leben, und es sind ebenso viele neue Berliner Kontakte und Freundschaften dazugekommen. Wenn ich heute "where are we now" von Bowie höre und den Clip sehe, bekomme ich Tränen in den Augen.

Er beschreibt genau diese Ära.

Aber es gab auch Zeiten, in denen ich unglücklich war und mich einsam fühlte.

Zu dieser Zeit habe ich auch intensiv mit der Fotografie und einem eigenen Fotolabor angefangen und wurde auch zum ersten Mal Mutter.

Und das Leben an sich?

Na ja. Es gibt Dinge im Leben, die versteht man einfach nicht. Es gibt Orte, an die man zurückkehren möchte, es gibt Menschen, die einem fehlen und die man nicht vergessen kann, man wünscht sich manchmal eine Zeit oder Erlebnisse zurück, es gibt Momente, in denen einem alles egal ist und es gibt Zeiten, da kannst Du selbst nichts mehr steuern und man ist froh, wenn man das alles überlebt. Es gibt so vieles, was man hätte besser machen können, doch dafür ist es zu spät. Stattdessen öffnen sich jedoch wieder neue Tore, durch die man schreiten kann. 

Dann gibt es wieder Tage, an denen man nicht mehr weiter weiß, die Welt hört auf sich zu drehen, hinterher ist nichts mehr so, wie es vorher war und es wird auch nie wieder so sein. Und das ist alles ganz schön anstrengend. Das ist das Leben. Der Sinn erschließt sich mir nicht, falls Ihr das noch fragen wollt. Ich befürchte, es gibt auch keinen. Alles ist einfach so, wie es ist. Es geht immer nur weiter.

Aber trotz alledem, ist es schön! Und es macht glücklich, wenn Du etwas gefunden hast was Dich erfüllt. Man muss mutig sein, stets weiter gehen, sonst bleibt man immer das, was man schon ist. Dazu gibt es ein schönes Zitat von Lewis Carroll: "I can't go back to yesterday, because i was a different person then."

 

Ich habe viel angefangen und auch alles bis zum Ende durchgezogen. Meine Vita ist bunt. In Kindertagen hat mal eine Tanzdozentin zu mir gesagt, wahrscheinlich ohne zu ahnen, was sie damit bei mir lostrat: "Eine Ballerina kennt kein Aua", als ich herumjammerte. Das habe ich geglaubt und ich fand das damals auch sehr einleuchtend. Dieser Satz ist jedenfalls hängengeblieben. Ich nehme gerne steinige und schnörkelige Wege, weil ich hinterher das Gefühl habe etwas geschafft zu haben. Hört sich vielleicht krank an, aber ich fühle mich wohl damit.

 

Ansonsten wird viel von einem verlangt in diesem Leben. Man soll sich von der Wiege bis zur Bahre bilden, Karriere machen, immer aktiv und attraktiv sein, die wahre Liebe finden, immer geduldig an der Partnerschaft arbeiten, insofern man denn eine hat, eine aufregende Person sein, Kinder bekommen, diese zu sympathischen Menschen erziehen, ganz viel Sport machen, sich gesund ernähren, alles selber machen, dauernd online und erreichbar sein, die Welt bereisen, ganz nebenbei diese retten..... hört sich alles zusammen genommen irgendwie nach Burnout an.

Trotzdem hängt man an diesem komischen Leben. Ich war lange böse krank, alles war auf Eis gelegt. Das hat zwar Spuren hinterlassen, aber ich bin dankbar, dass ich noch auf dieser Welt sein darf, um weiterhin ganz viele Bilder und Geschichten entstehen zu lassen. Ich bin nämlich noch nicht fertig! Das dauert noch!

Hast du noch Träume?

Eine kleines altes verwunschenes Häuschen, direkt am Meer.

Vielleicht dort "Bed and Breakfast" betreiben oder ein kleines Café, in dem man Kunstausstellungen und alles Schöne, mit Menschen, die mit mir im Gleichklang sind, organisieren.

Es wird sicherlich ein Traum bleiben. Aber wer weiß das schon wirklich?!

 

 

 

Auch einen großen Wunsch?

Gesund bleiben! Der Rest ruckelt sich schon irgendwie immer zurecht!

Welche Künstler in der Musik gefallen Dir, und hast Du Lieblingsfilme?

Ich bin großer Jazz-Fan. Da gefällt mir fast alles.

Ansonsten: David Bowie, ganz einfach, weil er David Bowie ist. Mein Göttlicher, seit meiner Teenie-Zeit.

Der ganze Glam-Rock aus den 70ern. Roxy Music, T. Rex, Velvet Underground usw. Diese Glitzerwelt war und ist total meine!

Prince und die Chemical Brothers liebe ich für die ekstatische Tanzbarkeit, 

Tom Waits, Nick Cave, Tango, englische Schlager aus den 30er/40er Jahren, Rio Reiser und französische Chansons für die Leidenschaft.

Seeed mag ich auch sehr gerne. An dieser Stelle möchte ich noch gerne die wunderbaren Choreographien von Oceana erwähnen, die Seeed ihren typischen Stempel aufgedrückt hat. Einfach wunderbar!

Aber ich höre auch querbeet.

 

Und Filme: Ich entdecke immer wieder neue Schätze. Bilder und Geschichten aufsaugen, das ist einfach ganz wunderbar.
Z. B. gibt es da ein paar Klassiker, wie "Metropolis", "Das Kabinett des Dr. Caligari", "Algier", "Der Geist und

Mrs. Muir", die französische "Nouvelle Vague", dann "Billie Elliot", "Die fantastische Welt der Amelie Poulin",

"Die Kinder des Monsieur Matthieu", "Träume" von Akira Kurosawa, "The Corpse Bride", "Alice in Wonderland",

das alles sind Filme, die mich nachhaltig beeindruckt haben.

Auch mochte ich die Original-TV-Serie der Addams-Family aus den 60ern sehr gerne, und die BBC-Serie "The Singing Detective". 

 

 

Ohne welche drei Dinge könntest Du nicht leben? 

Nur drei ?!

Dann sage ich: Anti-Allergie-Spray, Radio, zusammengefasst zu einem Punkt: meine Freunde und meine inzwischen erwachsenen Küken, Kaffee, Tee, Bilder erschaffen. Ich habe mehr! Eigentlich sogar noch mehr. Enthaltsamkeit liegt mir wohl nicht.

 

 

Was magst Du gar nicht? 

 

Z.B. Offenherzigkeit mit Verfügbarkeit verwechseln.

Nach oben buckeln, nach unten treten.

 Schlaumeiern, Rücksichtslosigkeit und Dünkel.

 

Welche Lebensweisheit fällt dir zum Schluß noch ein?

Make your weird light shine bright!

So the other weirdos know where to find you.

 

Yashika's Photobomb - Berlin 12/2017